Waldstrolche Köln
Der Waldkindergarten im Forstbotanischen Garten e.V.
Projekte und Events
10 Jahre Waldstrolche im Forstbotanischen Garten
Wer kennt sie nicht, die beiden blauen Bauwagen im Friedenswald in Köln-Rodenkirchen? Der Waldkindergarten feierte am 14. Mai 2011 sein 10-jähriges Jubiläum.
Gegründet als Elterninitiative, in der sich engagierte Eltern voller Tatkraft darum kümmerten, ihre Idee, einen Kindergarten ohne Wände und Türen zu verwirklichen, hat sich dieses Engagement weiter sehr positiv entwickelt. Es bot sich an, das Jubiläum im Rahmen eines „Tages des offenen Waldes” zu feiern, um unseren Waldkindergarten von seiner besten Seite zu präsentieren.
Der Waldkindergarten sollte damals wie heute eine Anlaufstelle für Eltern sein, denen es wichtig ist, dass ihre Kinder in und mit der Natur aufwachsen und von ihr lernen, egal in welcher Jahreszeit. Sie sollten von einem pädagogischen Team begleitet werden, das ihnen alle Möglichkeiten öffnet, sich in der Natur zu bewegen. Die ersten Eltern und Kinder von drei bis sechs Jahren starteten das „Abenteuer” im August 2001 noch ohne Bauwagen einfach in der Natur des Friedenswaldes. Mittlerweile sind 44 Kinder in zwei Gruppen und die Bauwagen feste Bestandteile der beliebten Grünlage im Kölner Süden.
Wochentags von halb acht bis halb drei sind die Waldstrolche und Waldstreuner im Friedenswald aktiv. Freie Spielphasen wechseln sich ab mit gemeinsamen Aktivitäten. Frühstück und Mittagessen gibt es im Freien. Es wird gespielt, handwerklich gearbeitet, gesungen, geklettert, spielerisch werden Wald und Tiere kennen gelernt. Das sind Methoden, die es den Kindern ermöglichen, selbständig und eigenverantwortlich zu handeln.
Selbst bei Eis und Schnee sind Waldkinder und Betreuungsteam nebst Mitgeheltern hart im Nehmen. Ihr Lernen und Leben findet allemal draußen statt. Bei Wind und Wetter, ob es windet, regnet oder schneit, den Kindern macht das nichts aus. Eingepackt im berühmten „Zwiebel-Look” ziehen sie mit ihren Bollerwagen in den Wald und richten sich Handwerk, Mal- und Spielecken ein. Tier-, Piraten- und Indianerwald sind nur einige der beliebten Orte, an denen sie den Vormittag und manchmal auch bis zum frühen Nachmittag verbringen. Spaziergängern, Hunden und Joggern sind die fröhlichen Kinder und das sie betreuende Team willkommene Teilhaber an der Schönheit des Waldes mit seinen schattigen Plätzen, der Vielfalt an Bäumen und Sträuchern und allem, was unter freiem Himmel kreucht und fleucht. Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten, Kreativität, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind Pfeiler, die sich im pädagogischen Konzept ebenso finden lassen wie die Fähigkeit, gute menschliche Beziehungen zu knüpfen und zu lernen. Dabei lernen die Kinder sowohl mit den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen umzugehen als auch die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen kennen zu lernen.
Zur Feier des Tages wurde ein Denkmal in Form eines Baumstammes eingeweiht, in den von allen Kindern selbst gesägte und geschnitzte
Stöcke als Baumäste eingearbeitet wurden. Eine schimmernde Plakette erinnert an das Gründungsjahr.
Es gab vielfältige Spiel- und Erlebnisangebote wie Stockbrot, Fühlpfad, Klettern mit Profisicherung, Musik- , Lese- und Bastelzelt. Ein Alphornbläser und seine charmante Begleitung verwöhnten die Ohren und seine illustren Geschichten begeisterten die zahlreichen Gäste. Diese konnten sich jederzeit an verschiedenen Infoständen, im direkten Gespräch mit aktiven Eltern, Vereinsvorstand und Betreuungsteam informieren.
Besonders willkommen geheißen wurden die Gründermütter und Gründerväter der Elterninitiative, die es sich nicht nehmen ließen, von ihren Plänen, die auch die anwesende Ratsfrau der GRÜNEN, Frau Barbara Moritz, tatkräftig von Beginn an unterstützte, zu berichten: ein Verwaltungsmarathon mit vielfältigen organisatorischen Hindernissen, dem lang ersehnten Start und dem Blick auf das heute Erreichte, so dass sich der Einsatz wirklich gelohnt habe und dass der persönliche Bezug zu den „Waldstrolchen” eine Herzensangelegenheit sei. Diesen ehrlichen Worten zollten alle Eltern, Ehemalige und Gäste Respekt und dankten mit herzlichem Beifall.
Mit dabei waren auch drei mittlerweile 12-Jährige aus dem ersten Jahrgang. Gemeinsam mit den Eltern überreichten sie den aktuellen Waldkindern eine wunderschöne Kindergartenbank als Geschenk.
Im Verlauf des Tages wurde der Friedenswald speziell aus der Sicht der Kinder dargestellt, und es gab viele interessante Details zu entdecken: Musik am Lagerfeuer, knisterndes Backen von Stockbrot, Basteln von Halsschmuck aus natürlichen Materialien oder Lauschen schöner Erzählungen aus Großmutters Märchenbüchern begeisterten. Manch einer der erwachsenen Besucherinnen und Besucher empfand dabei den Wunsch, jetzt noch einmal Kind zu sein.
Für Speis und Trank war vorzüglich gesorgt und in liebevoller Manier wurde jedes selbst kreierte Mahl und jedes Stück Kuchen bei einer heißen Tasse Kaffee oder kühlem Getränk den zahlreich erschienenen Gästen gereicht.
Unser gelungenes Jubiläumsfest bot die beste Gelegenheit, allen Interessierten zu zeigen, wie sich Kinder sinnvoll und verantwortungsbewusst in Wald und Natur beschäftigen können.


